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By Jonas Grutzpalk

Intellektuelle unterschiedlicher Herkunft werden zumeist Denkschulen und Ideenkategorien zugeordnet. Dieses Vorgehen hinterläßt den Eindruck, als sei die Programmatik ihres Denkens besonders aussagekräftig über Wesen und Wirkung der Intellektuellen. Die Arbeit fußt auf dem Zweifel an der Richtigkeit dieser Einschätzung. Sie geht von der Seite des gesellschaftlichen Engagements an je vier französische und deutsche Intellektuelle heran.
Im traditionell von der Wissenssoziologie reflektierten Spannungsfeld zwischen Erkenntnis und Engagement werden Max Weber, Émile Durkheim, Ernst Jünger, André Malraux, Bertold Brecht, Jean-Paul Sartre, Jens Reich und Bernard-Henri Lévy nach ihren Intellektuellen-, Erkenntnis- und Gewalttheorien befragt sowie in je einer gesellschaftlichen Konfliktsituation beobachtet, in der sie sich engagiert haben.
Die als Kulturvergleich aufgebaute Struktur der Arbeit erlaubt am Ende einen direkten Vergleich zwischen den Intellektuellen in Frankreich und Deutschland. Das Ergebnis bestätigt die Vermutung, dass Intellektuelle weniger ein ideenhistorisches als vielmehr ein soziologisches Phänomen sind, dessen Ursprung im "Vorhof religiöser Erfahrung" (F. Fürstenberg) ihrer jeweiligen Gesellschaft zu finden ist.

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Damit wirft die Gewalt ein Legitimationsproblem auf, das mit Macht gelöst wird. Macht und Gewalt gehören also zusammen, ohne jedoch zwingend miteinander verknüpft zu sein. 1 Emile Durkheim Geboren wird David Emile Durkheim am 15. April1858. Der frühe Tod seines Vaters und seines großen Bruders stellt ihn schon in jungen Jahren in die Position eines Familienoberhauptes, was vielleicht seine unduldsame Strenge erklärt, die ihm sein Leben lang nachgesagt wird. Hinzu kommt unter Umständen noch der jüdische familiäre Hintergrund.

Gewalt kann festlichen Charakter haben. : 51) aufmerksam. "Kein Fest', so behauptet er, sei "ohne Grausamkeit' denkbar. Sicherlich ist ihm sehr daran gelegen, der von ihm verachteten "Tartüfferie zahmer Haustiere (will sagen moderner Mensch)" ein besonders grausames Gegenbild entgegenzuhalten, doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass Gewalt einigen Menschen mitunter Freude machen kann. B. ) das "J\foshen" oder "Slamdancen" in der Hardcoreszene. "Die Tänze ... bestehen darin, dass die Beteiligten durcheinander rennen und springen, so dass permanente Kollisionen entstehen.

Eine grobe Waffe. ) Doch nicht nur verbrecherische Auslöser führen zu kollektiver Gewalt. Eine mechanisch-solidarische Gesellschaft muss sich selbst regelmäßig ihres Zusammenhaltens vergewissern. Im Fest ist die Möglichkeit gegeben, sich der wechselseitigen Leidenschaft zu versichern. Die Leidenschaft wird im Tanz und sportlichem Wettkampf ausgelebt und somit rituell geregelt (Durkheim 1968: 309). Es lassen sich aber auch turnusmäßige Ausnahmesituationen beobachten, die nicht religiös reguliert sind.

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