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By Dieter Reicher

Das Buch erklärt, welche sozialen Mechanismen hinter der Entwicklung der Todesstrafe stehen. Dies geschieht anhand der zwei Fallstudien Österreich und England in der Zeit von 1700 bis 1914. Während des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in England wesentlich mehr Menschen zum Tode verurteilt oder hingerichtet als im Habsburgerreich. Dieser Befund überrascht und stellt ein soziologisches Rätsel dar. Weshalb besaß das damals fortschrittliche und liberale England ein derart blutiges Strafrecht, wohingegen das vergleichsweise rückständige und polizeistaatlich organisierte Österreich nur sehr wenige Hinrichtungen aufwies?

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Die Methode der Hinrichtung war dort ebenfalls meist der Strang. Standrechtliche Todesurteile wurden durch Erschießung vollstreckt. l Beil üblich. Köpfung, eine blutigere Art des Tötens als Erhängen, war in Osterreich und in England am Ende des achtzehnten Jahrhunderts nur noch tUr einige Delikte üblich. In dieser Periode gab es auch in beiden Ländern die letzten Verbrennungen. Das achtzehnte Jahrhundert war die Zeit der Reduktion von unmittelbarer Gewalt bei der Hinrichtung, die mit dem Ausfließen von Blut oder dem Verstümmeln und Misshandeln des Körpers zu tun hatte.

Die Reichen wurden reicher und die Armen ärmer. Ich glaube daher, dass es nicht gerechtfertigt ist, Spierenburgs Modell eines linearen Zivilisationsprozesses, der hauptsächlich auf der Ausdehnung des Gewaltmonopols beruht, aufrechtzuerhalten. Die Entwicklung in Amsterdam zwischen 1650 und 1750 ist viel zu bedeutsam, um zum Intermezzo heruntergespielt zu werden. Sie erfordert eine Modifikation des Modells. Diese theoretischen Grundlagen müssen im Auge behalten werden, wenn man die Anzahl der Hinrichtungen und Todesurteile in England und Österreich analysiert.

Es wäre falsch, etwa Dumfries in Schottland und Cumberland in England zu vergleichen, obwohl beide Grafschaften in unmittelbarer Nachbarschaft diesseits und jenseits der Grenze lagen (noch dazu innerhalb des Staates Großbritannien). Verlauf der Anzahl von Hinrichtungen und Todesurteilen in beiden Ländern Nicht zu allen Zeiten gab es die Todesstrafe. Als die Herrscher begannen, große Territorien zu vereinigen, als Staaten entstanden, erlebte die Todesstrafe eine Blüte. Wäre es also unrichtig, zu behaupten, dass die Todesstrafe Ausdruck einer großen Machtdifferenz zwischen Menschen ist?

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